Sprichwörter & Redewendungen

Bedeutung und Herkunft von Sprichwörtern und Redewendungen

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Bedeutung:

Im Stich lassen – jemandem nicht helfen, in einer Notsituation verlassen, jemandem seinem Schicksal überlassen, keine Hilfe leisten; Gegenstände: den Geist aufgeben, im entscheidenden Moment kaputt gehen, gerade dann nicht mehr funktionieren, wenn es darauf ankommt

Im Stich lassen - © gladtobeout, morguefile.com

Im Stich lassen - © gladtobeout, morguefile.com

Herkunft:

Diese Redensart stammt aus dem Turnierwesen des Mittelalters und tauchte im 15. Jahrhundert erstmals auf. Fiel ein Ritter bei einem Turnier vom Pferd, musste sein Knappe ihm wieder auf das Pferd helfen, weil seine Rüstung so schwer war. War der Knappe nicht rechtzeitig da oder reichte ihm schnell genug seine Lanze, dann ließ er seinen Herrn ungeschützt „im Stich“ seines Gegners, so dass der gefallene Ritter leicht vom gegnerischen Ritter erstochen/gestochen werden konnte. Vielleicht stammt sie auch von den städtischen Kampfspielen, bei denen man die ritterliche Turnierwelt nachzuahmen versuchte. Zum Beispiel in Ulm, Bamberg und Cannstatt gibt es auch heute noch das Fischerstechen, bei dem es gilt, den gegnerischen „Stecher“ mit der Lanze vom Boot ins Wasser zu befördern. Der „Stich“ findet auch später noch vielseitige Verwendung: das Stechen im Sport bei Teilnehmern, die gleichauf liegen, beim Skat verwendet man ebenfalls die Begriffe Stich und stechen. Die Stichwahl, Bestechung, einen Stich haben, jemandem einen Stich versetzen oder einen Abstecher machen sind weitere Beispiele für die Verwendung des „Stichs“.
Eine andere Deutung bezieht sich auf ein Kleidungsstück, das vom Schneider nicht fertig gestellt und daher „im Stich“ gelassen wird.

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